Durch Corona gibt es jetzt immer mehr Online-Schulungen. Ist das auf Dauer nicht total öde?
Oliver Lummer: Wir versuchen alles, dass genau dieser Eindruck nicht entsteht. Natürlich gibt es erhebliche Unterschiede zwischen einer Präsenz- und einer reinen Online-Schulung. Die natürliche Interaktion zwischen den Teilnehmern und Trainern in einer Präsenzschulung, welche sich auch durch ein beständiges Wahrnehmen von Gestik und Mimik anderer auszeichnet, ist im virtuellen Raum definitiv eingeschränkt. Umso wichtiger ist es daher immer wieder gezielt den Austausch zwischen den Teilnehmenden und Trainern, wie z.B. durch kollaborative Methoden über entsprechende digitale Tools, anzuregen. Zudem setzen wir auch auf selbstgesteuerte Lernformen mit anschließenden Selbsttest-Möglichkeiten, in denen die Teilnehmer eigenständig in ihrem Tempo Inhalte erarbeiten und sich überprüfen können. Insgesamt ist nach unserer Erfahrung eine didaktisch sinnvolle Kombination verschiedener Methoden, die immer wieder ein aktives Handeln der Teilnehmer einfordern, ein Schlüssel, um dem Gefühl der Langeweile in Online-Schulungen entgegenzuwirken.
Dieses Jahr ist das Secure Engineering Lab zu einem "Lernort der begeistert" gekürt worden. Welche Faktoren bestimmen denn grundsätzlich einen guten Lernort und mit welchen punktet unser jüngstes ZM1-Labor?
Oliver Lummer: Ich würde hier in Bezug auf das IEM zwischen "harten" und "weichen" Faktoren unterscheiden, die zusammen genommen einen guten (physischen) Lernort charakterisieren und Begeisterung schaffen können. Zu den harten Faktoren zähle ich insbesondere die technische Ausstattung eines Lernorts. In Bezug auf unser Secure Engineering Lab kommt diesem Punkt natürlich eine große Bedeutung zu, denn ohne eine zeitgemäße technische Infrastruktur könnten wir manche Lernszenarien rund um die Themen der IT-Security gar nicht abbilden. Die weichen Faktoren zielen eher auf die grundsätzliche Atmosphäre eines Lernorts ab und umfassen Aspekte wie Akustik, Raumaufteilung oder Einrichtung. Hier kann das Secure Engineering Lab vor allem mit einer sinnvollen Aufteilung von Einzel- und Gruppenarbeitsplätzen überzeugen, sodass ein schneller Wechsel von verschiedenen sozialen Lernformen möglich ist und die Lernenden sich insgesamt wohlfühlen.
Was sind deiner Meinung nach wichtige Weiterbildungsthemen für die Zukunft?
Oliver Lummer: Unser bisheriges Weiterbildungsportfolio umfasst die Bereiche Innovationsmanagement, Systems Engineering, Industrial Data Analytics, Secure Software Engineering und zukünftig auch Automation & Robotics. Das sind natürlich Themen, bei denen wir davon ausgehen, dass sie auch in Zukunft überaus relevant sind und von Unternehmen entsprechend nachgefragt werden. Von unseren Kunden bekommen wir häufig die Rückmeldung, dass die Komplexität in Entwicklungsprojekten steigt und sich damit nicht nur technische Anforderungen verändern, sondern auch die Formen der Zusammenarbeit, was sich z.B. in der Bildung interdisziplinärer Teams ausdrückt. Diese neuen Formen der Zusammenarbeit, häufig begleitet von agilen Methoden, müssen wir ebenso adressieren wie die technischen Innovationen. Daher werden wir in Zukunft auch offen sein, die Zuschneidungen der Schulungen noch einmal zu verändern oder auch unternehmensspezifisch anzupassen.
Zum Schulungsbereich